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Unser Bereich Gesundheit von Mutter und Kind konzentriert sich auf die hämolytische Erkrankung des Fötus und des Neugeborenen sowie auf die vertikale Übertragung von Hepatitis B (Mutter auf Kind).

Dies sind schwerwiegende und schwächende Krankheiten, die eine echte Bedrohung für den Fötus oder das Neugeborene darstellen und in den schwersten Fällen zum Tod führen können.

Heutzutage sind beide Krankheiten, durch das Screening aller schwangeren Frauen - um gefährdete Situationen zu erkennen - und die eventuelle Verabreichung einer korrekten Prophylaxe, leicht vermeidbar. Trotz der Existenz einer wirksamen und nicht-invasiven Behandlung ist der Zugang zur Therapie in vielen Ländern weltweit immer noch knapp oder unzureichend.

Hämolytische Erkrankung des Neugeborenen

Die Inkompatibilität von Antigenen mit mütterlich-fötalen roten Blutkörperchen kann zu Alloimmunisierung, transplazentarem Immunglobulintransfer bei Müttern und hämolytischen Erkrankungen des Fötus und des Neugeborenen (HDFN) führen.

Die Hämolytische Erkrankung des Fötus und des Neugeborenen (HDFN), auch Erythroblastosis Fetalis genannt, ist eine Erkrankung, die auftreten kann, wenn eine Mutter und ihr ungeborenes Kind unterschiedliche und inkompatible Blutgruppen haben.  Wenn auch nur ganz wenige rote Blutkörperchen des Fötus während der Schwangerschaft die Plazentaschranke passieren und in den Blutkreislauf der Mutter gelangen, werden sie von deren Immunsystem als „fremd“ erkannt und durch die Produktion von Antikörpern bekämpft. Wenn nun diese Antikörper zurück auf den Fötus übertreten, richten sie sich gegen dessen rote Blutkörperchen.

Da es einige Zeit braucht, bis sich Antikörper bilden, sind die Symptome beim ersten Kind zumeist nicht besonders schwer, doch ist nun das Immunsystem der Mutter gegenüber diesen inkompatiblen Erythrozyten sensibilisiert. Weitere Schwangerschaften mit ähnlicher Unverträglichkeit sind daher ernsthaft gefährdet.

Die schwerwiegendste Form der HDFN ist die Rh-Unverträglichkeit, bei der die Mutter Rhesus-negativ und der Fötus Rhesus-positiv ist. Zwar kann die HDFN äußerst schwer verlaufen, doch ist sie selten und vor allem vermeidbar.

Eine passive Immunisierung mit Anti-D-Antigen-Immunglobulin schützt Rh(D)-negative Frauen vor einer Sensibilisierung gegenüber Rh(D)-positiven roten Blutkörperchen.

Die Anwendung der routinemäßigen vorgeburtlichen Anti-D-Prophylaxe (RAADP) hat die Inzidenz und Mortalität von HDFN aufgrund von RhD-Allosensibilisierung stark verringert. Trotz des Aufkommens der Anti-Rh (D) -Immunglobulinprophylaxe wurden die schwere Morbidität und der Tod aufgrund der Rh-Krankheit in den letzten 50 Jahren weltweit nur um etwa 50% reduziert.

 

Referenz:
Visser et al. The continuing burden of Rh disease 50 years after the introduction of anti-Rh(D) immunoglobin prophylaxis: call to action. Am J Obstet Gynecol. 2019 Sep;221(3):227
Liumbruno et al. The role of antenatal immunoprophylaxis in the prevention of maternal-foetal anti-Rh(D) alloimmunisation. Blood Transfus 2010; 8:8-16

Bowman JM. Controversies in Rh prophylaxis: who needs Rh immune globulin and when should it be given? Am J Obstet Gynecol 1985; 151: 289-94
Clarke CA, Donohoe WTA, McConnell RB, et al. Further experimental studies on the prevention of Rh haemolytic disease. Br Med J 1963; 1: 979-84

Vertikale Übertragung (Mutter auf Kind) von Hepatitis B.

Frauen, die HBV-positiv sind, können HBV auf ihre Babys übertragen. In HBV-endemischen Gebieten wie der Region Westpazifik und Afrika sind bis zu 20% der Allgemeinbevölkerung chronisch infiziert, wobei perinatale / neonatale und kindliche Infektionen als Hauptweg für die Erweiterung des Trägerreservoirs dienen.

Eine chronische HBV-Infektion kann, selbst wenn sie jahrzehntelang asymptomatisch ist, zum Tod durch Zirrhose und hepatozelluläres Karzinom (HCC) führen. Die Übertragung von HBV von Mutter zu Kind wurde mit einem erhöhten Risiko für HCC in Verbindung gebracht. Folglich ist in asiatischen und afrikanischen Ländern mit einer hohen Inzidenz perinataler und frühkindlicher Infektionen der Tod durch Zirrhose oder HCC (mehr als die Hälfte aufgrund einer HBV-Infektion) unter den zehn häufigsten Todesursachen. Daher war die Prävention chronischer Infektionen bei Kindern von Anfang an eine Schlüsselkomponente der HBV-Immunisierungsstrategien.

Die derzeit empfohlene Praxis zur Verringerung der vertikalen HBV-Übertragung von Mutter zu Kind beruht auf der Verabreichung eines HBV-Impfstoffs und der gleichzeitigen Verabreichung von Hepatitis B-Immunglobulin (HBIG) zum Zeitpunkt oder kurz nach der Geburt. Eine kleine, aber wachsende Datenmenge legt nahe, dass eine Behandlung der Mutter mit NA-Therapie im dritten Schwangerschaftstrimester zusätzlich zu Impfstoff und HBIG für den Säugling auch die HBV-Übertragung auf den Säugling verringern kann.

Referenz:
Silverman, N, Glob. libr. women's med.,ISSN: 1756-2228) 2008; DOI 10.3843/GLOWM.10181
Lee C., Gong Y., Brok J. et al. Effect of hepatitis B immunization in newborn infants of mothers positive for HBsAg: systematic review and meta-analysis, BMJ 2006;332:328-336

Beasley R.P. Rocks along the road to the control of HBV and HCC. Ann Epidemiology 2009;19:231-234 Red Book, current version 2018-2021
Guidelines For The Prevention, Care And Treatment Of Persons With Chronic Hepatitis B Infection, Who, March 2015